Eine belebte Kirche im Mittelalter

Detalj frå nordportalen.

Die Kirche von Lom ist eine der größten noch stehenden Stabkirchen in Norwegen. Eine Analyse des Holzes im ältesten Teil zeigt, dass die Kirche vermutlich circa 1160 gebaut wurde. Sowohl damals als auch heute war und ist Lom ein wichtiger Knotenpunkt zwischen Ost und West, und die Stabkirche von Lom war eine belebte Kirche im Mittelalter, wo sich die Dorfbewohner gleichermaßen mit den Pilgern und anderen Reisenden, die auf ihrer Fahrt durch Lom kamen, den Platz teilten. Und das Pfarrhaus in Mo war eine natürliche Raststätte bis an das Ende des 19. Jahrhunderts, als Posthaltereien und Hotels Überhand nahmen. 1349 bereitete die Pest dem emsigen Mittelalterdasein ein jähes Ende. Die Kirche blieb unverändert in den folgenden beinahe 300 Jahren der Rezession und dem Mangel von sowohl menschlichen als auch ökonomischen Ressourcen. Die Reformation 1537 führte zu keinen großen Änderungen am Kirchenbau, aber der Altar, das Kruzifix und andere katholische Symbole des Mittelalters wurden entfernt.

 

Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche zu klein, und 1608 wurde sie erstmals umgebaut. Im Chor wurde eine flache Zwischendecke eingezogen, die von einem unbekannten Künstler geschmückt wurde. Der Chorschranken wurde ebenfalls zu seinem heutigen Aussehen verändert, und das Gewölbe über dem Choreingang wurde mit Blumen und biblischen Texten geschmückt. 1634 wurde ein eingekerbter Nebenbau gegen Westen errichtet. Dreißig Jahre später war die Kirche wieder zu klein. Ein Teil jeder langen Stabwand wurde entfernt und nach hinten verschoben, und es wurden dazwischen neue Wände errichtet, sodass die Kirche ein Seitenschiff sowohl nach Süden als auch nach Norden erhielt. Die alten Außenportale aus dem Mittelalter wurden ebenfalls entfernt und können heute am Ende der Seitenschiffe bewundert werden. Der Umbau wurde von Werner Olsen, einem bekannten Kirchenbaumeister aus Ringsaker, geleitet, und er gab der Kirche ihr Wahrzeichen; einen großen zentralen Turm mit einer hohen Spitze und vier kleinen Türmen.

 

Die Kirche von Lom besitzt eine große Gemäldesammlung. Die meisten Gemälde wurden von Eggert Munch gemalt, dem Pfarrsohn aus Vågå und entfernt verwandt mit dem später so berühmten Maler Edvard Munch. 1793 erreichten die Akanthus-Schnitzereien die Stabkirche von Lom. Jakup Sæterdalen aus Lia in Lom schnitzte neue Akanthus-Elemente die außen auf die gemalten Flächen des Renaissancekanzel von 1669 gelegt wurden, sodass sie die reichen Barockornamente erhielt, die wir heute bewundern können. Er schnitzte auch den Baldachin über der Kanzel und einen neuen Chorbogen über dem Eingang des Chors.

 

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